Pressestimmen zum Programm "Gegenwelten"

........"Eröffnet wird die Veranstaltung mit Bartóks „Violinsonate Nr. 2“: Hierbei bieten die bereits mit mehreren Musikpreisen ausgezeichnete Taneva, die neben ihrer Tätigkeit als Dozentin an der Hochschule für Musik Saar Teil des Et Arsis Pianoquartetts ist, und der ebenfalls an der Hochschule unterrichtende Brandt zwanzig Minuten toll vorgetragene, expressionistische Musik – vor allem vom technischen Standpunkt aus: Um zu berühren, ist die Komposition des Ungarn etwas zu spröde und durch die ihr innewohnende Hektik bisweilen enervierend. Dass hier zwei auf der Bühne stehen, die ihre Instrumente absolut beherrschen, ist trotzdem jederzeit offenbar und lässt einen dem Stück bereitwillig folgen.

 

Durch die darauf folgende romantische „Sonate A-Dur für Klavier und Violine op. 100“ von Brahms mit ihren gefühlvollen Melodien und den immer wieder ineinanderfließenden Themen im ersten Satz schaffen es Taneva und Brandt, einen Kontrast zum vorangegangenen Stück herzustellen: Auf Kopfmusik folgt welche fürs Herz.

Brandt und Taneva haben die Reihenfolge des Abends wohl bedacht: Nach einer kurzen Pause spielen die Musiker zum Höhepunkt von „Gegenwelten“ auf: Die abwechslungsreiche „Sonate Nr.1 in f-Moll, op. 80“ des Russen Prokofjew mit ihren vier Teilen, die jeweils einer eigenen Dramaturgie und Dynamik folgen, halten für die Zuhörer allerlei Facetten bereit: Die tiefe Traurigkeit des ersten Satzes wird im zweiten Satz, in dem beide energisch und laut zu Werke gehen, konterkariert, woraufhin sie das Stück wieder ins Liebliche, Versöhnliche tragen. Besonders in den schnellen Passagen zeigt sich, wie gut der Pianist und die Violinistin aufeinander eingespielt sind.........."    Saarbrücker Zeitung 1.5.2018

Zwickau ...Bei den Schumanns an der Leipziger Inselstraße, später 
auch in Dresden und Düsseldorf, wurde exzellent musiziert. Virtuosen 
wie Ferdinand David, Andreas Grabau oder Joseph Joachim gingen ein und aus, und auch die Hausherrin Clara Schumann ließ sich nicht lange bitten. An diese Zeiten erinnerte das 8. und abschließende Konzert der Schumann-Plus-Reihe am 
Sonntagabend im Zwickauer Robert-Schumann-Haus gleich in zweifacher Hinsicht, indem Klaviertrios des großen Zwickauer Sohnes und seines Freundes Felix Mendelssohn Bartholdy zu hören waren.Zunächst spielte das gastierende 
Ensemble „amk – alte musik köln“ erwartungsgemäß auf historischen Instrumenten. Christine Rox hatte eine Violine aus der Werkstatt Giovanni 
Battista Guadagninis mitgebracht, Klaus-Dieter Brandt den Nachbau eines 
Violoncellos von Francesco Guarnieri, und Uwe Brandt saß an jenem Hammerflügel des Schumann-Hauses, den Claras Cousin Wilhel Wieck vermutlich in den 1860er Jahren in Dresden baute. Der mit dem 
Instrumentarium verbundene weiche, gedeckte Klang war aber nur das eine.Die Hagenerin und die aus Saarbrücken stammenden Brüder verkörperten auch jene Klasse, um Werke wie das späte, alle Register des Komponistenhandwerks 
ziehende Mendelssohn-Trio in c-Moll oder Schumanns von ungestümer Experimentierfreude zeugendes F-Dur Trio zu Erlebnissen werden zu lassen.Uwe Brandt am Flügel war in allen Belangen jenen Parts gewachsen, die seinerzeit Clara Schumann oder Mendelssohn – manchmal im fliegenden Wechsel – ausführten und die im Grunde jeweils kleine Konzerte für sich sind. Christine Rox und Klaus-Dieter Brandt standen mit edlen, sanft schwingenden Streichertönen 
und rasant gemeisterten Technik-Passagen nicht nach. Dazu wirkten die drei über weite Strecken in einer Weise zusammen, dass man wider alle Vorsicht und Vernunft geneigt war, Vergleiche anzustellen: So könnte es damals geklungen haben, so und nicht anders........




Saarbrücken... technische Probleme löst er geradezu lustvoll, mit einer Artistik, die nicht nur das Zuhören, sondern auch das Zusehen zum Genuß macht.
Zweibrücken ... mit viel Sinn für die Klangvaleurs ,empfindsam mit ausgefeilter Anschlagskultur formte er lebendig wirkende Melodienbögen, deren lyrische lntimität und perlende Geläufigkeit gleichermaßen fesselten.


Brüssel ... klares Formkonzept und durchsichtiger Klang sowie atemberaubende Perfektion.


Dillingen ... Perfektion bei der Interpretation ..... das Beste, was das Dillinger Kulturamt seit langem geboten hat.


Bamberg ... er verkörpert den neuen Typ des Liszt-lnterpreten, der sich im uneitlen Dienst am Werk verausgabt und Musik wiederbelebt, die von Pianisten der vorherigen Generation verlegen gemieden wurde.


Karlsruhe ... all die kuriosen akrobatischen Verstrickungen meisterte er mit der Kühle des Perfektionisten und bestach dennoch durch eine tief sensible, verbindliche pianistische Rhetorik.


Luxemburg ... meisterte die diabolischen Schwierigkeiten mit geradezu lockerer Konzentration, wobei sein geschmeidiger, weicher Klavierton seiner Interpretation durchaus zugute kam.


Saarbrücken ... Spätromantisch getönt , in der Tradition Liszts , das 1916 entstandene einsätzige Klavierkonzert op.100 von Alexander Glasunow . Lohnte sich die Ausgrabung?  Die Musik neigt sich oft zum Seicht-Gefälligem : Romantik aus zweiter Hand . Doch der Pianist Uwe Brandt umschiffte diese Klippen ,zeigte mit klarem Formkonzept und durchsichtigem Klang das Werk von seiner besten Seite.


Mannheim ... Franz Liszts Malédiction für Klavier und Streichorchester ist ein furioses Effektstück , das den technischen Fähigkeiten des Solisten große Anforderungen stellt. Uwe Brandt hatte diese virtuosen Fähigkeiten, die man auch schon bei der subtilen Interpretation einer Auswahl aus dem Zyklus Lieder ohne Worte von Felix Mendelsssohn bestaunen konnte . Durch sein feuriges Spiel inspirierte er das Kurpfälzische Kammerorchester unter der Leitung von Klaus-Peter Hahn zu einem spannungsreichen, faszinierenden Musizieren und machte das eher unausgeglichene Jugendwerk Liszts zum Höhepunkt des Abends .